Ich bin voll der Dussel. Heike hatte zum Tunken-Event aufgerufen und ich hab das Datum versemmelt. Jetzt versuch ich mich irgendwie klammheimlich noch von hinten her reinzuschleichen.
Also wir Schweizer sind ja ein einig Volk von Tunkern. Echt, ich schwörs. Da gab es ja 1529 die Kappeler Milchsuppe, bei welcher Brot in Milch getunkt und damit ein Krieg beendet wurde. Man tunkt hierzulande Brot in Suppen, in Kaffee und in Käse. Letzteres nennt man dann Fondue. Wenn hierzulande von Fondue gesprochen wird, meint man immer Käsefondue.
Vor vier Jahren verbrachten wir romantische Weihnachten, nur meine Frau und ich, und zwar im schönsten Hotel der Schweiz, in Fribourg im Hotel aux 4 vents. Jedes Zimmer in diesem Hotel ist anders, das beliebteste Zimmer ist das Bleue – guckt euch das mal an. Da gibt es eine Badewanne auf Schienen, in der man ein Open-Air-Bad geniessen kann. Hab ich schon gemacht, resp. wir haben in diesem Hotel bereits mehrere Zimmer ausprobiert. Jedes einzelne ein Highlight!
Und in besagtem Hotel hatten wir zu Weihnachten ein Fondue mit Lauch und Kräutern. Heute nach dem Skifahren war hier auch Fondue angesagt, da fällt mir Heikes Tunken-Event ein. Ja klar doch, wir tunken Brot in Käse. Und weil es für Heike nur das Beste vom Besten sein soll, tunken wir Brot in ein Fondue Moitié-Moitié mit Lauch und Kräutern:
Rezept für 4 Personen
800 bis 900 g Fondue-Mischung Moitié-Moitié (halb Greyerzer, halb Fribourger Vacherin)
3 dl trockener Weisswein
1 Knoblauchzehe, gepresst
4 bis 5 ganze Knoblauchzehen, geschält
1 Stange Lauch
wenig Bratbutter
noch 0,5 dl Weisswein sowie wenig Salz
1 Handvoll gemischte Kräuter (Petersilie, Oregano, Majoran, Basilikum, ganz wenig Estragon)
1 gehäufter Teelöffel Maisstärke
4 cl Kirsch
schwarzer Pfeffer aus der Mühle
800 g Weissbrot, in Würfel geschnitten
Fonduecaquelon mit gepresster Knoblauchzehe ausreiben. Weisswein, Käsemischung und Knoblauchzehen dazu geben und auf kleinem Feuer den Käse schmelzen lassen. Dabei mit einer Lochkelle rühren. Sobald der Käse zu schmelzen anfängt, immer in der Form einer 8 rühren.
Lauch putzen, waschen und in einem Topf in wenig Bratbutter andünsten, ein bisschen salzen und mit dem halben dl Weisswein ablöschen. Zugedeckt ca. 5 Minuten dünsten. Sämtliche Kräuter fein hacken.
Die Maisstärke mit dem Kirsch anrühren und zum Fondue geben, dann den Lauch dazu und zum Schluss die Kräuter einrühren. Mit schwarzem Pfeffer würzen.
Fondue auf ein Rechaud auf den Tisch stellen. Das gewürfelte Brot auf Fonduegabeln spiessen und in den Käse tunken. Immer gut rühren, gell.
Heike
16. Februar 2012 at 22:09Ich muss ein wenig lachen
Aber ihr könnt's halt! Fast wär ich ja auch Schweizer geworden….
Wilde Henne
16. Februar 2012 at 22:16Bin ich noch mit drin? Ja? *flehendguck*
Also Dich würden wir als Schweizerin voll aufnehmen. Ehrlich. Schwör *zustimmendundernstnick*
Wieso wärst Du eigentlich fast Schweizerin geworden? Wolltest Du so einen heiraten? *g*
Heike
18. Februar 2012 at 11:37Meine Mutter hat in Konstanz gewohnt, in Kreuzlingen gearbeitet…
Sybille
17. Februar 2012 at 07:39Da tunkt man sein Brot doch gerne ein. Der Lauch macht ja auch fast ein "Leichtgewicht" draus, da können jetzt auch Diätler mitessen
Grüßle
Sarah-Maria
17. Februar 2012 at 10:40LECKER! da könnt' ich mich glatt reinlegen – also quasi selbst eintunken.
Liebe Grüße und ein schönes Wochenende,
Sarah
Anonym
17. Februar 2012 at 13:31das sieht super lecker aus! Ich kenne nur Käsefondue ohne Kräuter (die von Migros für die Mikrowelle ;-)).
Vielen Dank auch für den Link vom Hotel. Das werde ich mir dieses Jahr mal genauer anschauen. Fribourg ist zum Glück ja nicht soooooooooooooooooo weit weg von mir.
Petra aka Cascabel
17. Februar 2012 at 14:56Das blaue Zimmer mit der Badewanne ist ja wohl der Hammer!
Du bist ja großzügig mit Heikes Aufnahme als Schweizerin
Wir mussten schon für die Dauer-Durchreisegenehmigung mal eine Prüfung ablegen
peho.typepad.com/chili_und_ciabatta/2007/08/achtung-schweiz.html
dabei bin ich eigentlich abstammungsmäßige 1/4 Schweizerin mit Häuschen dort
landlust
17. Februar 2012 at 19:06wie ich jetzt auf Deinen Blog gekommen bin-keine Ahnung, aber hier ist es wunderschön, hier wird gekocht und gegessen, also alles Dinge, die ich liebe:-)))und ganz lieb finde ich die "Deutsche" Übersetzung, so kann ich mir doch mehtr drun ter vorstellen.Das Hotel ist übrigens der Hammer!!!!
Dir ein schönes WE
GGGGLG Antje
Unknown
19. Februar 2012 at 00:19Salü du Wildes Poulet
das würde uns bestimmt auch schmecken Fondue mit Lauch. Wir können in unserem Nachbarsdorf herrliche Hausmischung kaufen. Den Kirsch stellen wir daneben, da unsere Kinder etwas Jünger sind als deine Kücken
ist der Blog eine Familiensache? Weil oben steht…. Mit meiner Frau, oder ich steh auf dem Schlauch ( als Bernerin kann's auch an der Gemütlichkeit liegen
)
Grüessli üs em Nachbarskanton
Irene
Wilde Henne
19. Februar 2012 at 01:12@Sybille

Leider macht's der Lauch auch nicht leichter.
@Sarah-Marie
Ich würd's eher mit Brot machen
@Engelchenteufelchen
Uuuunbedingt musst Du das Hotel testen. Es ist wunderbar dort. Du wirst begeistert sein.
@Petra
Also mit einem Viertel CH-Abstammung und dem bestandenen Test nehmen wir Dich auch gleich auf. Die Einbürgerung geht mit Heike zusammen in einem Aufwasch
@Antje
Huch, hab ich was ins Deutsche übersetzt? Ich muss ja immer wahnsinnig aufpassen, dass ich nicht zu stark ins Berndeutsche verfalle.
@Irene
Mein Küken isst ja eigentlich alles – aber Fondue eben nicht. Und der Junghahn ist schon 15… Du weisst schon, das Kommafünf…. der erträgt schon ein bisschen Kirsch.
Familiensache? Ähm, ja… eigentlich schon. Also da ist nix kommerziell. Und ja – ich lebe mit einer Frau zusammen. Das liegt nicht an Deiner Gemütlichkeit sondern an meiner nicht ganz konventionellen Lebensweise ;-))
Unknown
19. Februar 2012 at 01:25Na du Nacht Eule
jäää so, soweit hab ich gar nicht studiert. Muss ja nicht konventionell, sondern für euch passen. Ja da wird noch sehr darauf geachtet, dass die Monate, nein was sag ich, gar Tage mitgerechnet werden, fängt bei unserer Großen mit 9 auch an 
E Gueti Nacht und nicht mehr zu Wild
Irene
Verboten gut !
21. Februar 2012 at 07:41WoW sieht das Leeecker aus … Ich liiiiiebe Käsefondue, da kann Ich nie widerstehen ,=)
Lg Kerstin
Wilde Henne
21. Februar 2012 at 18:58@Irene
Tja, an das Naheliegendste denkt man selten
@Kerstin
Ich fang immer total enthusiastisch an, leider mach ich meist nach 7 Brotwürfeln schlapp. Allerdings habe ich gemerkt, dass ich mehr davon essen kann, wenn ich das Fondue mit Apfelwein oder mit Bier mache. Probier es mal aus, schmeckt auch ganz gut.
Anonym
24. September 2012 at 10:01Am Samstag war ich im Restaurant Aux 4 Vents essen. Einfach nur göttlich. Vielen Dank für den Link!
Wilde Henne
24. September 2012 at 10:24@angelanddeviilsfood
Ohh, das freut mich, dass es Dir gefallen hat!